Erlenbach im Simmental, Agensteinhaus

«Ein behäbiges, achtunggebietendes Aussehen ist das einzig Angemessene und dem tiefgründigen, satten Erdreich Entsprechende, zwischen diesen wohlgepflegten Feldern und den hundertjährigen Bäumen», schrieb im Jahre 1903 Guillaume Fatio über das Aaregebiet, zu welchem er auch das Simmenthal zählte. Damals kam der Gedanke auf, dass die Kulturlandschaft der Schweiz und darin eingeschlossen sogar ihre Bauernhäuser bedroht sein könnten. Es entwickelte sich Heimatschutz und später auch explizite Bauernhausforschung.
Die Fotografie kondensiert diese gefügte, sorgfältig bearbeitete Fassade und nimmt ihr in gewisser Weise ihre Individualität, nur, um im Gegenzug das Exemplarische zu betonen: So hat man einmal Fassaden zusammengesetzt, die darauf ausgelegt waren, viele Generationen zu überdauern.
Insofern ist es vielleicht ein Zeichen von Nachhaltigkeit, wenn man auch heute, über hundert Jahre später, noch einmal zitieren darf: «Auch diese Häuser sind sozusagen Kinder des Milieus. Sie entsprechen vorzüglich den gesundheitlichen Anforderungen in einem frischen und zumeist feuchten Klima., während andererseits die ausgedehnten Wälder das zum Bau dieser Häuser erforderliche Holz im Ueberflusse lieferten.»

Guillaume Fatio: Die Augen auf! Schweizer Bauart alter und neuer Zeit. Übersetzt von G. Luck. Atar, Genf 1904. S. 20

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